Die Juniorwahl
„Wenn du dich nicht entscheidest, verlasse ich dich.“ – deine Demokratie
Ein Erfahrungsbericht einer Schülerin aus der Klasse 10b
In der Woche vor den Bundestagswahlen war es auch an unserer Schule soweit: Die Juniorwahl stand an. Als Schülerin der 10. Klasse konnte ich an diesem besonderen Ereignis teilnehmen und möchte gerne meine Erfahrungen und Eindrücke mit euch teilen.
Die Juniorwahl, die vom Wahlpflichtkurs Politik organisiert und durchgeführt wurde, gab uns die Möglichkeit, selbst zu wählen, auch wenn wir noch nicht volljährig sind. Die gesamte Vorbereitungszeit war für uns sehr interessant, da wir die verschiedenen Parteien und ihre Programme im Unterricht ausführlich behandelt haben. So wussten wir genau, welche Themen uns wichtig waren und welche politischen Strömungen es gibt. In vielen Gesprächen und Diskussionen haben wir uns mit den Wahlprogrammen auseinandergesetzt, was uns nicht nur auf die Wahl vorbereitete, sondern uns auch zum Nachdenken über politische Verantwortung und Mitbestimmung anregte.
Am Tag der Wahl wurde es dann richtig spannend. In der Aula wurde das Wahlbüro aufgebaut – fast wie bei den echten Wahlen. Wir wurden klassenweise dorthin gebeten. Als ich an der Tür stand, musste ich meinen Wahlschein vorzeigen und mich mit meinem Schülerausweis ausweisen. Es war ein merkwürdiges Gefühl, plötzlich Teil eines solchen Prozesses zu sein – fast so, als würde man wirklich einen Beitrag zur Politik leisten. Bei jedem Schritt der Wahl fühlte sich alles „ernst“ an, obwohl ich natürlich wusste, dass es sich „nur“ um eine Übung handelt.
Nachdem ich die erforderlichen Nachweise erbracht hatte, durfte ich einzeln die Wahlkabine betreten. Hier hatte ich das Gefühl, wirklich eine persönliche Entscheidung zu treffen. Ich nahm mir einen Moment, um den Wahlschein auszufüllen, und überlegte, welche Partei mich am meisten anspricht und meine Werte vertritt. In dieser ruhigen, privaten Atmosphäre konnte ich mich ganz auf den Wahlvorgang konzentrieren – eine Erfahrung, die mir deutlich machte, wie wichtig es ist, sich bewusst mit politischen Themen auseinanderzusetzen.
Das Einwerfen meines Wahlscheins in die Wahlurne war dann der letzte Schritt. Dieser Moment fühlte sich besonders symbolisch an – ich hatte nun meine Stimme abgegeben, und die Entscheidung war getroffen.
Kurz darauf wurden die Ergebnisse vom Wahlpflichtkurs Politik ausgezählt und offiziell bekannt gegeben und anschließend in den einzelnen Klassen im Unterricht thematisiert. Wir diskutierten, welche Parteien oder Themen besonders gut abgeschnitten hatten und welche möglicherweise weniger Zuspruch erhielten. Es war interessant zu sehen, wie wir uns in unserem Wahlverhalten von den tatsächlichen Wahlen unterscheiden oder ähneln könnten.
Die Juniorwahl war für uns Schülerinnen und Schüler eine wertvolle Erfahrung. Sie hat uns nicht nur gezeigt, wie der Wahlprozess funktioniert, sondern uns auch die Bedeutung der Demokratie und die Verantwortung, die mit einer Wahl einhergeht, nähergebracht. Es war wichtig, diesen Prozess einmal selbst zu erleben, um zu verstehen, wie politische Entscheidungen getroffen werden und warum jede Stimme zählt. Diese Erfahrung wird uns sicherlich in der Zukunft bei echten Wahlen zugutekommen.
Ein herzlicher Dank geht an den Wahlpflichtkurs Politik und insbesondere an Herrn Tholen, der diese spannende und lehrreiche Erfahrung ermöglicht hat.